Schon seit über 100 Jahren werden Mineralöle (oft auch als Paraffine bezeichnet) in kosmetischen Mitteln als sichere und wichtige Rohstoffe eingesetzt. Sie werden in unterschiedlicher Konsistenz in Kosmetika verwendet, beispielsweise als flüssige Öle oder feste Wachse.

Mineralöle erfüllen wichtige Funktionen

Aufgrund ihrer hervorragenden Hautverträglichkeit, ihrer ausgeprägt pflegenden und schützenden Eigenschaften sowie ihrer hohen Reinigungsleistung sind Mineralöle besonders gut für viele kosmetische Produkte geeignet. Sie haben zudem filmbildende und wasserabweisende Eigenschaften. Beim Lippenstift fördern Mineralöle zum Beispiel die Glanzbildung. Auch können sie dem kosmetischen Produkt eine gewisse Festigkeit verleihen und die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Ähnliche Substanzen werden auch in der menschlichen Haut oder in natürlichen Fetten und Wachsen nachgewiesen, wie in Pflanzenölen und Bienenwachs.

Sicherheit hat höchste Priorität

Verbraucher können Kosmetikprodukte, die Mineralöle enthalten, bedenkenlos benutzen. Die Sicherheit der Verbraucher hat für die Hersteller kosmetischer Produkte einen sehr hohen Stellwert. Alle verwendeten Rohstoffe müssen umfangreich geprüft werden und höchste Standards in Bezug auf Reinheit und Qualität erfüllen. Diese Anforderungen gelten auch für Kosmetikrohstoffe auf Basis von Mineralöl. Mehrere Studien belegen, dass Mineralöle als Inhaltsstoffe in kosmetischen Mitteln gesundheitlich unbedenklich und sicher sind. In zahlreichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass von ihnen keine krebserregende Wirkung ausgeht. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt in einer aktuellen Bewertung zu dem Ergebnis, dass gesundheitliche Risiken durch die Aufnahme von Mineralölen in Kosmetika über die Haut für Verbraucher nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten sind.

Qualitativ hochwertige Rohstoffe

Die Hersteller setzen in ihren Produkten nur hoch raffinierte und qualitativ hochwertige Mineralöle ein. Die eingesetzten Mineralöle entsprechen den umfassenden gesetzlichen Regelungen, wie der EU-Kosmetikverordnung. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an Vorgaben aus dem EU-Arzneibuch. Damit haben die verwendeten Mineralöle Pharmaqualität. Die schon immer geltenden hohen Anforderungen an die Qualität und Reinheit von Mineralölen sind ferner seit 2004 in den Empfehlungen von COLIPA (jetzt: Cosmetics Europe) festgehalten. Diese enthalten insbesondere für Lippenpflegeprodukte spezielle Vorgaben, da diese Produkte direkt auf die Lippen aufgetragen werden und somit leicht über eine orale Aufnahme in den Körper gelangen können. Alle kosmetischen Mittel werden darüber hinaus vor der Vermarktung von einem eigens dafür ausgebildeten Experten (Sicherheitsbewerter) in einem umfassenden Sicherheitsbericht überprüft und bewertet.

Kritik sachlich unbegründet

Die in kosmetischen Mitteln eingesetzten Mineralöle sind chemisch betrachtet so genannte gesättigte Kohlenwasserstoffe, kurz MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons). Die Stiftung Warentest kritisiert in ihrem Test in der Ausgabe 06/2015, dass diese durch die Haut dringen könnten. Zahlreiche Untersuchungen belegen jedoch, dass eine Aufnahme durch die Haut nicht stattfindet.

Darüber hinaus wird das Vorkommen von aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen, so genannten MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) in einigen Kosmetikprodukten beanstandet. Vor ihrem Einsatz in kosmetischen Mitteln werden Mineralöle und -wachse hochgradig gereinigt. Die Mengen, in denen MOAH auch nach höchster Reinigung noch enthalten sein können, sind nach derzeitigem Kenntnisstand unbedenklich für den Verbraucher. Dies gilt auch für Lippenpflegeprodukte auf Mineralölbasis, die sowohl MOSH als auch MOAH enthalten können. Mineralöle, die nach der Reinigung noch MOAH enthielten, wurden wiederholt untersucht, ohne dass ein Gefährdungspotenzial festgestellt wurde.

Studien belegen Sicherheit

Es gibt keine Hinweise, dass von Mineralölen in Kosmetika eine krebserregende Wirkung ausgeht.

  • Diese Einschätzung wird durch eine Stellungnahme des kanadischen Ministeriums für Umwelt und Gesundheit vom März 2015 gestützt.
  • Zahlreiche Kanzerogenitätsstudien, die der Europäischen Chemieagentur (ECHA) vorliegen, bestätigen zudem, dass von Mineralölen in den von in Kosmetika verwendeten Qualitäten keine krebserregende Wirkung ausgeht. Sie können unter dem Menüpunkt “Toxicological Information” > “Carcinogenicity” hier und hier auf der ECHA-Website eingesehen werden.
  • Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt in einer aktuellen Bewertung vom Mai 2015 zu dem Ergebnis, dass Mineralöle in kosmetischen Produkten für Verbraucher gesundheitlich unbedenklich sind. „Gesundheitliche Risiken durch die Aufnahme von Mineralölen in Kosmetika über die Haut sind für Verbraucher nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten“, betont Prof. Dr. Dr. Andreas Luch, Leiter der Abteilung Chemikalien und Produktsicherheit.

Kosmetikhersteller für höchste Sicherheit

In Bezug auf die aktuell erhobene Kritik sehen die Kosmetikhersteller Klärungsbedarf bei der von der Stiftung Warentest angewandten Analysemethodik. So wurden teilweise erhebliche Differenzen zwischen den von der Stiftung Warentest bekannt gegebenen Werten und den Erkenntnissen aus entsprechenden internen Untersuchungen der Hersteller festgestellt.  Die Kosmetikhersteller ergreifen alle erforderlichen Maßnahmen, um dem Verbraucher sichere, qualitativ hochwertige und verträgliche Produkte zu bieten. Dies ist ein selbstverständliches Anliegen und Ziel. Die Hersteller nehmen daher auch die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest und deren Interpretation ernst und werden diese noch weiter im Detail prüfen.

Alle Fakten auf einen Blick

  • Mineralöle scheinen auf der Verpackung unter dem Namen „Paraffinum Liquidum“, “Paraffin“, “Mineral Oil” oder „Cera Microcristallina“ auf.
  • Mineralöle sind aufgrund ihrer hervorragenden Hautverträglichkeit, ihrer pflegenden und schützenden Eigenschaften sowie ihrer hohen Reinigungsleistung besonders gut für viele kosmetische Produkte geeignet.
  • Die Kosmetikhersteller setzen nur hoch raffinierte und qualitativ hochwertige Mineralöle in ihren Produkten ein.
  • Die eingesetzten Mineralöle entsprechen, wie alle Kosmetikprodukte, den umfassenden gesetzlichen Regelungen, wie zum Beispiel der EU-Kosmetikverordnung. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an Vorgaben aus dem EU-Arzneibuch.
  • Mineralölverbindungen in Kosmetika gelten als umweltverträglich, da sie biologisch abbaubar sind.
  • Mineralöle, wie Paraffinum Liquidum (medizinisches Weißöl), brauchen keine zusätzlichen Konservierungsstoffe.
  • Im Vergleich zu tierischen oder pflanzlichen Ölen hat medizinisches Weißöl eine hohe Oxidationsstabilität, d.h. es wird nicht ranzig und benötigt keine zusätzlichen Stabilisatoren.
  • Die Hersteller nehmen die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest und deren Interpretation ernst. Sie prüfen die Ergebnisse umfassend.