Laut einer aktuellen Umfrage unter den europäischen Kosmetikherstellern durch Cosmetics Europe (CE), dem europäischen Dachverband der Kosmetikindustrie, hat sich die Menge an festen, nicht abbaubaren Kunststoffpartikeln (so genanntes Mikroplastik), das in abzuspülenden kosmetischen Produkten aufgrund ihres Reinigungs- und Peelingseffekts eingesetzt wird, zwischen den Jahren 2012 und 2017 um mehr als 97 Prozent reduziert. Dieser deutliche Rückgang von Mikroplastik ist ein Erfolg des freiwilligen Ausstiegs der Kosmetikhersteller. Viele Hersteller hatten sich bereits vorsorglich dafür entschieden, Reinigungs- und Peeling-Produkte, die solche festen Kunstoffpartikel enthalten, ensprechend zu überarbeiten.

Damit hat die Industrie den von CE empfohlenen Ausstieg auf freiweilliger Basis bis 2020 bereits frühzeitig und nahezu vollständig umgesetzt.

Neue Rezepturen ersetzen Mikroplastik

Einige spezielle Körper-und Gesichtsreinigungskosmetika sowie Zahncremes haben Mikroplastik-Partikel wegen ihrer überlegenen Hautverträglichkeit und Reinigungseigenschaften eingesetzt. Trotz des geringen Beitrags zu den in der Umwelt gefundenen Plastikpartikeln haben sich die Markenkosmetik-Hersteller im Jahr 2015 öffentlich dazu verpflichtet, auf Mikroplastikpartikel in allen Peeling-Kosmetikprodukten sowie Zahncremes zu verzichten. Die Hersteller arbeiten seither intensiv an neuen Rezepturen, um in den bestehenden Produkten Mikroplastikpartikel zu ersetzen. Bei der Entwicklung neuer abspülbarer Produkte wird künftig kein Mikroplastik in Kosmetik mehr eingesetzt. Der Schutz von Gesundheit und Umwelt hat für die Kosmetik-Hersteller absolute Priorität.

Nur geringer Anteil des Mikroplastiks aus Kosmetikprodukten

Das im Meer gefundenen Mikroplastik stammt laut unabhängiger Expertenmeinung zumeist aus anderen Quellen und hat folglich auch eine andere Zusammensetzung. Nach Kenntnis der Hersteller ist der Anteil von Mikroplastik aus Kosmetikprodukten in den Gewässern in Relation zum Gesamteintrag von Kunststoffen sehr gering. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nur ein sehr kleiner Anteil von geschätzten 0,1 bis 1,5 Prozent des gefunden Mikroplastiks aus Kosmetikprodukten stammt. Eine aktuelle Studie des deutschen Umweltbundesamtes kommt zu einem vergleichbaren Ergebnis.

Feste vs. flüssige Kunststoffe

Oftmals wird in den Medien nicht eindeutig zwischen Kunststoffen in gelöster Form und festen Kunststoffpartikeln unterschieden.

  • Feste Kunststoffpartikel unterscheiden sich von den flüssigen Kunststoffen sowohl durch Größe und Form als auch durch ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften. Eine Verallgemeinerung, die beide Bereiche gleichermaßen betrifft, ist somit nicht gerechtfertigt. Feste Partikel sind nur in einigen kosmetischen Mitteln enthalten. So werden bzw. wurden sie z. B. in manchen Produkten zur Körper- oder Gesichtsreinigung eingesetzt, wenn das Produkt einen speziellen Peeling-Effekt aufweisen soll. In der Vergangenheit kamen sie auch in wenigen speziellen Zahnpasten zur Anwendung.
  • Kunststoffe in gelöster Form übernehmen beispielsweise in Haarstyling- und Make-up-Produkten wichtige Funktionen. So wäre ein effektiver Hitzeschutz beim Haarstyling oder eine gute Abdeckungswirkung bei Make-ups ohne diese Polymerverbindungen nicht möglich. Diese Stoffe haben mit Kunststoffpartikeln nichts zu tun und liegen beim Auswaschen oder Abschminken wieder gelöst vor und werden entfernt. Anders als feste Kunststoffpartikel tragen sie nicht zu einer Verschmutzung der Meere bei. Nach heutigem Wissensstand tragen Kunststoffe in gelöster Form nicht zur Belastung der Meere mit festen Kunststoffpartikeln bei.

Mikroplastik in Kosmetik: Die Fakten auf einen Blick

  • Kosmetikprodukte enthalten nur in einigen Fällen Mikroplastikpartikel.
  • Der Beitrag der Kosmetikprodukte zur Gesamtproblematik ist sehr gering.
  • Trotzdem haben sich die Markenkosmetik-Hersteller öffentlich dazu verpflichtet, auf Mikroplastik-Partikel in allen Peeling- und Zahncremeprodukten künftig zu verzichten.
  • Der Austausch der Mikroplastik-Partikel ist ein komplexer Vorgang und ist daher leider nicht in allen Fällen sofort möglich: Für den Einsatz alternativer Stoffe müssen Sicherheit, Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit und Produktstabilität getestet und gewährleistet werden. Hierzu sind neben den Entwicklungsarbeiten umfangreiche Prüfungen erforderlich. Die Hersteller kosmetischer Produkte arbeiten intensiv an Lösungen und mittlerweile sind für viele Anwendungen sichere und geeigente Alternativen auf dem Markt verfügbar.
  • Die wissenschaftliche Kritik an Mikroplastik bezieht sich vorrangig auf feste Kunststoffpartikel , die durch Abspülen ins Abwasser gelangen können. Vereinbarte Ausstiegspläne gelten deshalb auch nur für feste Stoffe in sogenannten Rinse-off-Produkten. Anders ist es bei Kunststoffpartikeln in Leave-on-Produkten. Das sind Produkte, die nach dem Auftragen auf der Haut verbleiben, wie z.B. Make-up oder Puder. Diese Produkte werden typischerweise nicht abgewaschen, sondern durch Abschminken über den Hausmüll entsorgt. Kunststoffpartikell aus Leave-on-Produkten gelangen in der Regel also nicht ins Abwasser.

Die Kosmetikindustrie stellt höchste Qualitätsansprüche an ihre Produkte. Die Zufriedenheit und Sicherheit der Konsumenten steht dabei immer im Mittelpunkt. Alle Produkte durchlaufen strengste Qualitätskontrollen und Sicherheitsprüfungen, sodass nur hochwertige und bei sachgerechtem Gebrauch absolut sichere Produkte auf den Markt gelangen.