Die Kosmetik-Industrie beschäftigt sich intensiv mit Anti-Aging-Pflege. In folgendem Anti-Aging-Glossar stellen wir die wichtigsten Inhaltsstoffe vor, die gegen die Hautalterung zum Einsatz kommen und zeigen, wohin die Entwicklung geht:

  1. Hyaluronsäure
  2. Peptide
  3. Q10
  4. Sirtuine
  5. Retinol
  6. Stammzellen

1. Hyaluronsäure speichert Feuchtigkeit

Diese transparente, gelartige Substanz kommt in den Zellzwischenräumen von Haut und Bindegewebe vor. Hyaluronsäure ist aufgrund ihrer schwammartigen Struktur ein exzellenter Feuchtigkeitsspeicher. Sind diese Schwämmchen ausreichend vorhanden und prall gefüllt, wirkt die Haut ebenmäßig und straff. Das Problem: Mit zunehmendem Alter produziert der Körper immer weniger Hyaluronsäure. Feuchtigkeitsverlust und Trockenheitsfältchen sind die Folge. Hyaluronsäure in Anti-Aging-Cremes reduziert die Faltentiefe und sorgt für ein verjüngtes Hautbild.

Die wirksamsten Moleküle dafür sind in der kurzkettigen Hyaluronsäure enthalten, die das Vermögen Flüssigkeit zu binden, direkt in den Zellen entfaltet. Langkettiges Hyaluron wirkt hingegen in den oberen Hautschichten, was zu einem rascher sichtbaren aber nicht so lange anhaltendem Glättungseffekt führt. Die Kombination beider Wirkstoffe in der Anti-Aging-Pflege ist optimal, um selbst tiefe Falten aufzupolstern.

2. Peptide setzen Reparaturmechanismen in Gang

In der Medizin werden sie zur besseren Wundheilung eingesetzt, weil sie körpereigene Reparaturmechanismen in Gang setzen. In der Anti-Aging-Pflege kommen synthetisch hergestellte Peptide zum Einsatz, die eine klar definierte Sequenz von speziellen Aminosäuren enthalten – exakt so, wie sie auch in der Haut vorkommen. Effekt: Sie bringen die zelleigene Regeneration in Schwung, sodass die Zellerneuerung an der Hautoberfläche mit bis zu doppelter Geschwindigkeit abläuft. Die Hautdicke nimmt wieder zu, die Elastizität wird verbessert. Außerdem stimulieren Peptide nachweislich die Bildung der kollagenen Fasern im Bindegewebe, das wie eine Art glättendes Polster unter den Fältchen liegt.

3. Q10 schützt Zellen vor freien Radikalen

Als Coenzym ist Q10 Teil vieler biochemischer Reaktionen im Körper. Es spielt eine zentrale Rolle bei der mitochondrialen Umwandlung von Nährstoffen in Energien. Viele Vorgänge in unserem Körper würden ohne das Coenzym nicht funktionieren. Q10 regt die Energieproduktion der Zellen an und kommt bereits natürlicherweise in der Haut vor. Es ist ein Energiespender und ein wirksames Antioxidanz. Wie auch Vitamin C bekämpft Q10 freie Radikale, die die Hautalterung beschleunigen und schützt die Haut. Leider lässt der Co-Enzym Q10 Gehalt in der Haut mit zunehmendem Alter nach.

4. Sirtuine stärken die Abwehrkraft der Zellen

Diese biologisch wirksamen Eiweißstoffe, auch Langlebigkeitsproteine genannt, helfen bei der Reparatur von Zellschäden, stärken die Abwehrkraft der Zellen und verlängern ihre Lebensdauer. Bisher wurden rund 20 Substanzen definiert, die Sirtuine aktivieren sollen. In der neuen Generation von Anti-Aging-Cremes kommen vor allem zwei zum Einsatz: Resveratrol, das aus der Schale von roten Weintrauben gewonnen wird, und Reispflanzenextrakte (Oryza sativa).

5. Retinol strafft und festigt die Unterhaut

In der Anti-Aging-Forschung gilt Retinol inzwischen als der „Goldstandard“. Denn in zahlreichen Studien konnte bewiesen werden, dass Vitamin A bei der Faltenbekämpfung höchst wirksam ist: Es sorgt dafür, dass weniger Bindegewebsfasern durch körpereigene Enzyme abgebaut werden, und verbessert die Anordnung der elastischen Fasern. Dadurch wird die Unterhaut gestrafft und gefestigt, die Faltentiefe reduziert. Außerdem pusht Retinol die mit zunehmendem Alter aus dem Takt geratene Zellteilung. Darüber hinaus kann Retinol kleine Sonnenschäden reparieren, dunkle Pigmentflecken aufhellen, und es hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern.

6. Stammzellen und Anti-Aging: anregend für neue Hautzellen

Wahrscheinlich ist es die bahnbrechendste Entwicklung in der Kosmetik seit Langem: Anti-Aging-Cremes, deren Basis Erkenntnisse der modernen Grundlagenforschung aus Biotechnologie und Medizin bilden. Die Cremes sollen die Stammzellen in der Haut dazu anregen, neue Hautzellen zu produ­zieren. Die erwachsenen Stammzellen in der Haut, kümmern sich nach Verletzungen, um die Neubildung von Gewebe, sie sorgen als Schlüsselzellen für eine optimale Struktur der Haut, ihre Regeneration und dafür, dass sie wieder gesund und schön wirkt. Damit wird ein neues Kapitel in der Anti-Aging-Pflege aufgeschlagen.