In der neuesten Ausgabe des Videocasts und Podcasts unserer markenneutralen Informationsplattform Kosmetik Transparent spricht die Wissenschaftlerin Dr. Hanna Wirtz über die Zukunft der Hautpflege. Die Ansprüche an unsere täglichen Pflegeprodukte haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert – weg vom reinen Wohlfühlfaktor, hin zu hochwirksamer, wissenschaftlich fundierter Pflege. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse, Inhaltsstoff-Trends und wissenschaftlichen Meilensteine aus dem Expertinnen-Gespräch für Sie zusammen.

Vom Wohlfühlritual zur Wissenschaft: Was die Haut heute wirklich braucht

Früher stand bei der Hautpflege vor allem die Sensorik im Vordergrund: Ein angenehmer Duft und das Gefühl eines Schutzmantels auf der Haut reichten oft aus. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Expertin Dr. Hanna Wirtz erklärt dazu: „Heute geht es nicht mehr nur ums Wohlfühlen. Heute geht es darum, die Haut zu schützen, sie von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Es geht darum, wissenschaftlich bewiesene Resultate zu sehen.“ Bemerkenswert ist, dass im Jahr 2026 für fast 70 % der Konsumentinnen und Konsumenten die wissenschaftlich bewiesene Wirksamkeit das wichtigste Kaufkriterium ist – noch weit vor der Marke oder dem Preis.

Meilensteine der Forschung: Episkin und das Haut-Mikrobiom

Dass Hautpflege heute so gezielt wirken kann, verdanken wir bahnbrechenden Entwicklungen in der Forschung. Ein gigantischer Durchbruch war die Erfindung von Episkin im Jahr 1979. Dabei handelt es sich um im Labor rekonstruierte menschliche Haut, mit deren Hilfe Forscher im Detail nachvollziehen können, wie Wirkstoffe in die unterschiedlichen Hautschichten eindringen. Ein weiterer entscheidender Meilenstein ist das moderne Verständnis des Haut-Mikrobioms. Lange Zeit ging man davon aus, dass unsere Hautbarriere aus drei Schichten besteht. Dr. Wirtz stellt jedoch klar: „Heute wissen wir, dass die Haut aus vier Schichten besteht. Es gibt eine zusätzliche, unsichtbare Schicht aus Millionen und Milliarden von Bakterien, die im Grunde unsere vorderste Verteidigungslinie bildet.“. Dementsprechend wünschen sich heute bereits 45 % der Konsumentinnen Pflegeprodukte, die genau dieses Mikrobiom unterstützen und wieder ins Gleichgewicht bringen.

 

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„Smart Skinimalism“ und der Boom der Moleküle

Der aktuelle Trend in der Hautpflege nennt sich „Smart Skinimalism“ – eine clevere Kombination aus hochwirksamen Inhaltsstoffen in innovativen Formulierungen und ansprechenden Verpackungen. Käuferinnen und Käufer von heute sind wahre „Skintellectuals“. Sie legen großen Wert auf hohe Transparenz, wollen wissen, woher die Wirkstoffe kommen und wie genau sie im Körper wirken. Dr. Hanna Wirtz bringt dieses neue Konsumverhalten auf den Punkt: „Die Konsumenten und Konsumentinnen suchen mittlerweile nicht mehr nach einer Creme gegen Falten, sondern sie suchen nach Molekülen.“. Zu den gefragtesten Wirkstoffen gehören:
  • Vitamin C: Wird gezielt für den sogenannten „Glow“ und als Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen eingesetzt.
  • Niacinamid: Bietet eine porenverfeinernde und beruhigende Wirkung auf die Haut.
  • Hyaluronsäure: Dient dazu, der Haut Feuchtigkeit zur Verfügung zu stellen und sie von innen aufzupolstern, vergleichbar mit „einem großen Glas Wasser“.
  • Retinol: Gilt als unangefochtener Goldstandard, wenn es um das Thema Zellerneuerung geht.
Dank Biotechnologie und „Green Sciences“ ist die Kosmetikindustrie heute in der Lage, Moleküle wie Vitamin C ressourcenschonend im Labor herzustellen, anstatt tonnenweise und wenig nachhaltig echte Zitronen oder Orangen auspressen zu müssen.

Maßgeschneiderte Pflege durch Künstliche Intelligenz

War die Wahl der richtigen Hautpflege früher oft eine reine Bauchentscheidung, hat sich auch hier der Ansatz grundlegend professionalisiert. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) und Beauty-Tech lässt sich die Haut heute individuell und computergestützt analysieren. Dies ermöglicht eine maßgeschneiderte Pflegeroutine, die der Haut exakt das gibt, was sie in ihrem momentanen Zustand benötigt. Ein Beispiel hierfür ist die Pflege der Hautbarriere, unseres „hochintelligenten Sicherheitssystems“. Im Winter etwa, wenn die Haut schlechter mit Fett versorgt wird und Feuchtigkeit entweicht, benötigt sie stark lipidhaltige Produkte, um den äußeren Schutzmantel zu wahren.

Der Megatrend Longevity: Proaktive Pflege statt reaktivem Anti-Aging

Der größte und vielleicht wichtigste Trend, der die aktuelle Forschung bewegt, ist das Thema Longevity (Langlebigkeit). Dabei wird die Haut nicht mehr isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich im Kontext des „Exposoms“ – der Summe aller Umwelteinflüsse. Da bis zu 80 % der Hautalterung nicht genetisch, sondern durch externe Faktoren (wie Sonneneinstrahlung) bedingt sind, rückt effektiver Sonnenschutz enorm in den Fokus. Moderne UV-Filter wie Mexoryl 400 schützen die Haut mittlerweile sogar effektiv im langen UVA-Bereich.
Longevity löst das klassische „Anti-Aging“ ab. Dr. Hanna Wirtz erklärt den Paradigmenwechsel: „Das klassische Anti-Aging, war eher reaktiv. Man hat im Grunde genommen gecremt, wenn die Falte da war. Longevity dreht das Denken ein bisschen um. Bei Longevity handelt es sich quasi um eine sehr proaktive, vorausschauende Pflege.“.
Wer frühzeitig mit der richtigen Pflege beginnt, kann das Auftreten von Falten um Jahrzehnte hinauszögern. Doch Longevity ist mehr als nur Hautpflege: Es ist ein holistischer Ansatz, der auch eine ausgewogene Ernährung und Sport umfasst. Das oberste Ziel von Longevity ist es laut Dr. Hanna Wirtz, „nicht nur länger zu leben, […] sondern dieses längere Leben mit Qualität maximal auszufüllen.“

Mehr von Kosmetik Transparent:

Sie möchten tiefer in die Welt der Hautforschung eintauchen? Den gesamten Podcast mit Dr. Hanna Wirtz sowie weitere spannende Episoden zu Themen wie Sonnenschutz und Nachhaltigkeit finden Sie direkt bei Kosmetik Transparent auf YouTube sowie hier unter Livestudio zum nachsehen, nachhören und nachlesen.