Schwitzen ist eine lebenswichtige, natürliche Schutzfunktion unseres Körpers, um unsere Körpertemperatur zu regulieren und eine Überhitzung zu verhindern. Dennoch ist das Thema in unserer Gesellschaft nach wie vor oft tabuisiert und von zahlreichen Mythen umgeben. Gemeinsam mit Lejla Huemer, Marketing-Expertin für Haut- und Körperpflege mit dem Schwerpunkt Deodorants, wirft Kosmetik Transparent einen Blick auf die Fakten rund um Schweiß, klärt den fundamentalen Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant auf und zeigt die neuesten Trends der Körperpflege.

Die Biologie des Schwitzens: Überraschende Zahlen und Fakten

Die meisten Menschen assoziieren das Schwitzen fast ausschließlich mit den Achselhöhlen. Wissenschaftlich betrachtet ist das jedoch ein Trugschluss:

  • Die 1%-Regel: Auf dem gesamten menschlichen Körper befinden sich über 3 Millionen Schweißdrüsen. Tatsächlich findet nur etwa 1 % der gesamten Schweißbildung unter den Achseln statt. Die restlichen 99 % verteilen sich auf den gesamten Körper.

  • Die tägliche Schweißmenge: Ein Mensch produziert im Durchschnitt etwa einen Liter Schweiß pro Tag. Je nach Körpertyp, Außentemperatur und sportlicher Aktivität kann diese Menge sogar auf bis zu zehn Liter ansteigen. Unter den Achseln werden im Schnitt täglich lediglich zehn Milliliter abgesondert.

  • Biologischer Grund für ausreichendes Wassertrinken: Da der Körper täglich mindestens einen Liter Flüssigkeit über die Haut abgibt, ist die allgemeine Gesundheitsempfehlung, täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser zu trinken, wissenschaftlich vollkommen gerechtfertigt.

Warum riecht Schweiß überhaupt? Die Rolle des Mikrobioms

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist frischer Schweiß völlig geruchlos. Der typische, unangenehme Schweißgeruch entsteht erst auf der Hautoberfläche. Jeder Mensch besitzt ein individuelles Mikrobiom auf der Haut, auf dem sich ganz natürliche Bakterien befinden. Erst wenn sich diese Hautbakterien mit dem frisch gebildeten Schweiß vermengen und diesen zersetzen, entstehen geruchsintensive Verbindungen. Da die menschliche Nase eines unserer stärksten Sinnesorgane ist, verbinden wir schlechte Gerüche sofort mit Negativem. Eine repräsentative Umfrage der markenneutralen Plattform Kosmetik Transparent unter mehr als 1.000 Österreicherinnen und Österreichern belegt: Für fast 50 % der Befragten gilt mangelnde Körperhygiene und Schweißgeruch als echter Beziehungskiller.

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Was ist der Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant?

Viele Konsumentinnen und Konsumenten kennen den Unterschied zwischen den Produktkategorien nicht. Dabei besitzen Deodorants und Antitranspirantien grundlegend unterschiedliche Funktionsweisen:

Eigenschaft Deodorant (Deo) Antitranspirant
Hauptziel Bekämpft und überdeckt den Geruch. Verhindert und reduziert den Schweißfluss.
Wirkweise Neutralisiert geruchsbildende Bakterien auf der Haut. Verengt/verstopft temporär die Poren mittels Aluminiumsalzen.
Schweißfluss Man schwitzt normal weiter, riecht aber frisch. Schweißbildung wird direkt an der Drüse blockiert.
Inhaltsstoffe Enthält in der Regel 0 % Aluminiumsalze. Enthält Aluminiumsalze als aktiven Wirkstoff.

Die beliebtesten Formate auf dem Markt

Die Vorliebe für bestimmte Anwendungsformen ist eine Frage der persönlichen Präferenz. In Österreich dominieren vier Segmente den Markt:

  1. Aerosole (Sprühdeos): Das mit Abstand größte Marktsegment und das am häufigsten verwendete Format.

  2. Roll-ons (Deoroller): Das zweitgrößte Segment, geschätzt für die flüssige, direkte Anwendung.

  3. Sticks (Deostifte): Verzeichnet in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, insbesondere bei Antitranspirantien. Der Vorteil liegt im direkten, präzisen Auftrag, der hervorragenden Schutz bietet.

  4. Pump-Sprays: Ein kleineres, aber feines Marktsegment.

Zukunftstrends in der Schweißbekämpfung

Die Kosmetikbranche entwickelt sich rasant weiter. Laut Expertin Lejla Huemer prägen aktuell drei große Innovationstrends den Markt:

Trend 1: Nachhaltigkeit durch Refill-Systeme

Das Umweltbewusstsein der Konsumenten spiegelt sich auch bei Deos wider. Refill-Deos, bei denen eine wiederverwendbare Außenhülle behält und nur das Innenteil ausgetauscht wird, etablieren sich zunehmend als fester Marktbestandteil.

Trend 2: Hautgesundheit & Beruhigung nach der Rasur

Frauen rasieren sich tendenziell häufiger unter den Achseln. Bei einer Achselrasur wird jedes Mal bis zu ein Drittel (1/3) der obersten Hautschicht abgetragen, was die Haut stark reizt und empfindlich macht. Moderne Deos enthalten daher hochwertige Pflegestoffe, die helfen, diese Mikroverletzungen direkt beim Auftragen zu lindern und die Haut zu regenerieren.

Trend 3: Ganzkörper-Deos (Whole-Body Deos)

Da nur 1 % des Schweißes unter den Achseln entsteht, macht es biologisch Sinn, auch den restlichen Körper zu schützen. Ganzkörper-Deos sind speziell so formuliert und dermatologisch getestet, dass sie auch an empfindlichen Körperstellen (wie dem Rücken oder im Intimbereich) absolut sicher angewendet werden können. In den USA bereits ein Megatrend, gewinnt dieses Segment auch in Europa stark an Bedeutung.

Die besten Anwendungs-Hacks der Expertin

Lejla Huemer verrät zwei einfache Tipps, um die maximale Wirkung aus der daily Routine herauszuholen:

  • Der Abend-Hack: Trage dein Antitranspirant oder Deo bereits abends vor dem Schlafengehen auf. Über Nacht hat das Produkt die optimale Möglichkeit, in die Haut einzuziehen und seine Wirkung voll zu entfalten.

  • Kombination statt Entscheidung: Man muss sich nicht für ein einziges Produkt entscheiden. Die Expertin selbst nutzt morgens einen hochwirksamen Antitranspirant-Stick und frischt sich tagsüber bei Bedarf mit einem parfümfreien, aluminiumfreien 0%-Deo auf oder nutzt ein Ganzkörper-Deo für den Rücken.

  • Achtung vor dem Parfüm-Irrtum: Ein Parfüm ist kein Deo-Ersatz. Es überdeckt Gerüche nur temporär, bekämpft aber nicht die geruchsbildenden Bakterien auf der Haut.

„Das richtige Deo oder Antitranspirant ist das wichtigste unsichtbare Kleidungsstück, das wir in unserem täglichen Leben tragen.“

Lejla Huemer, Marketing-Verantwortliche für Haut- & Körperpflege

Fazit: Unterschied Deo & Antitranspirant?

Schweißgeruch ist reine Biologie – verursacht durch die Zersetzung von frischem Schweiß durch Hautbakterien. Die Wahl zwischen Deo (Geruchsneutralisation) und Antitranspirant (Schweißhemmung) hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Tragen Sie Antitranspirantien idealerweise abends auf, um perfekt geschützt in den Tag zu starten.

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