Wird man auch mit Sonnencreme braun? Ja! Hartnäckig hält sich jedoch das Gerücht, dass man mit einer Sonnencreme nicht braun wird, vor allem wenn diese einen hohen Lichtschutzfaktor hat. Doch das Gerücht ist falsch. Nicht Eincremen kann fatale Folgen haben.

Sonnenschutz ist nicht nur gesünder für unsere Haut, sondern auch nachhaltiger. Denn die Haut behält länger ihre Sonnenbräune.

Sonnenschutz schützt Haut

Jeder Mensch besitzt dieselbe Anzahl an pigmentbildenden Hautzellen. Die Bräune hängt allein vom „Fleiß“ dieser Melanozyten ab. Je mehr vom braunen Farbstoff Melanin in der Haut vorhanden ist, desto besser ist die Haut geschützt. Eine Sonnencreme mit UVB-/UVA-Filter absorbiert, streut oder reflektiert die UV-Strahlung. Das schützt die Haut, da die Dosis geringer ist und die Melanozyten mehr Zeit haben, einen Hauteigenschutz zu entwickeln. Außerdem trocknet die Haut nicht so schnell aus, und die Bräune bleibt länger erhalten.

Sonnenschutz ausreichend auftragen

Selbst sehr dunkle, sonnenunempfindliche, vorgebräunte Menschen können sich nur eine dreiviertel Stunde gefahrlos der Sonne aussetzen. Bei allen anderen Hauttypen beträgt die Eigenschutzzeit sogar nur fünf Minuten bis maximal einer halben Stunde. Mit einer Sonnencreme verlängern wir zwar die Zeit, die wir uns in der Sonne gefahrlos aufhalten können. Doch Lichtschutzfaktor 10 ist für einen Badenachmittag viel zu wenig. Zusätzlich ist aus Studien bekannt, dass viel zu wenig Sonnenschutz aufgetragen wird. Als Faustregel gilt: Drei Esslöffel Sonnenschutz für einen Erwachsenen.

Zahl der Hautkrebs-Fälle steigt

Unzureichender Sonnenschutz erhöht das Risiko von Hauterkrankungen und Hautkrebs exponentiell. Rund 1.600 bis 1.700 Menschen erkranken in Österreich laut Krebshilfe jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs (malignen Melanom). Überdies gibt es jährlich etwa 20.000 bis 30.000 Falle von hellem oder weißem Hautkrebs (Basalzellkarzinom). Tendenz steigend. Die Dunkelziffer liegt laut Experten noch um einiges höher, da viele der Betroffenen nicht regelmäßig zur Vorsorge zum Hautarzt gehen. Zuviel Sonne, unzureichender Sonnenschutz und Sonnenbrände sind die Hauptgründe.

Beliebtester Sonnenschutz: Sonnencreme mit hohem LSF oder Schatten

Auf die Frage, welcher Sonnenschutz verwendet wird, geben 83 Prozent jener, die sich vor Sonneneinstrahlung schützen, Sonnencreme an. Dabei ist diese in Form der der klassischen Creme oder Milch eindeutig am beliebtesten. Dahinter folgt Sonnencreme in Form von Spays, nur eine Minderheit nutzt ein Öl. Mehr als jeder zweite Sonnencreme-Nutzer (54 Prozent) benutzt einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) zwischen 30 und 50. Ein Viertel schützt sich mit einem mittleren (15 – 20) und 14 Prozent greifen zu einem sehr hohen (50+). Fast genauso wichtig wie die Sonnencreme ist der Aufenthalt im Schatten (78 Prozent).

Unser Kosmetik-Tipp: Es gibt auch Sonnenschutz-Produkte, die exakt darauf abzielen, dass der natürliche Bräunungsprozess der Haut angeregt wird. Dabei aktiviert etwa ein Pflanzenextrakt die hauteigene Melanin-Produktion. Insbesondere Sprays ziehen in Sekundenschnelle ein und bieten sofortigen Schutz auf Knopfdruck.

Conclusio: Wird man auch mit Sonnencreme braun?

Kein Sonnenschutzmittel blockiert UV-Strahlen zu 100 Prozent. Selbst bei einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder 50) gelangt noch ein kleiner Teil der UV-B-Strahlung an die Haut und kurbelt die Melaninproduktion an. Der Bräunungsprozess dauert dadurch zwar etwas länger, hält dafür aber meist gleichmäßiger und länger, da sich die Haut nicht schält. Zudem schützt die Creme vor Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und senkt das Hautkrebsrisiko drastisch. Wer also auf Sonnencreme verzichtet, riskiert nur Verbrennungen, keine bessere Bräune.

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