Kosmetik spielt im Leben der Menschen eine immer größere Rolle – in jungen Jahren, aber verstärkt auch bei der Generation 60plus. Das zeigt die aktuelle Umfrage von „Kosmetik transparent“, durchgeführt unter 1.030 Personen in ganz Österreich. „Sich selbst etwas Gutes tun, achtsam mit dem eigenen Körper und dem Erscheinungsbild umgehen: das zählt für immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher in Österreich“, betont der Sprecher der Branchenplattform Kosmetik transparent, Stefan Kukacka. „Dabei wird persönlicher Geschmack wichtiger als die Meinung der anderen. Diesen Trend zur Individualisierung unterstützt Kosmetik laut unserer aktuellen Studie entscheidend.“

Kosmetikmarkt: Trend zu Individualität

Gutes Aussehen und Schönheitspflege wird auch für Männer immer wichtiger

Auch Männer bestimmen diesen Trend zu Selbstbestimmung und Individualität mehr denn je mit:

  • Drei Viertel aller Befragten (75%) sind überzeugt, dass gutes Aussehen und Schönheitspflege auch für Männer immer wichtiger werden.
  • Und knapp die Hälfte (46%) findet es gut, wenn auch Männer häufiger Kosmetik verwenden.
  • Generell geht aus der Studie auch klar hervor, dass Kosmetik als wichtig für die Beziehungspflege zwischen Mann und Frau gesehen wird.

„Wer auf sein Äußeres achtet, will dem Partner gefallen“, bringt es Stefan Kukacka auf den Punkt. Weiters zeigt sich, dass Gepflegt-Sein auch als Faktor für beruflichen Erfolg eine große Rolle spielt.

Schönheit wird vom Alter entkoppelt

Kosmetik sorgt für gefühlte Verjüngung

Dass Kosmetik einen wichtigen Beitrag dazu leistet, die Lebensqualität langfristig zu erhalten, zeigt die Studie ebenfalls deutlich auf. Dabei hat Schönheit immer weniger mit dem Alter zu tun – davon sind 70% aller Befragten überzeugt. Fast ebenso viele (69%) sagen, Natürlichkeit und Authentizität im Aussehen seien wichtiger als das Streben nach Jugendlichkeit. Bei der Generation 60plus sind sogar 77% dieser Meinung.  Dass Menschen auch im Alter attraktiv aussehen können, steht für 86% der Befragten fest. In der „Silver Society“ – also der Generation 60plus – ist Kosmetik immer stärker ein Thema, sorgt sie doch für gefühlte Verjüngung. Menschen über 60 Jahre fühlen sich um bis zu zwölf Jahre jünger, ist das erfreuliche Ergebnis.

Gefragt am Kosmetikmarkt sind  Angebote, die ältere Menschen in ihrem aktiven Lebensstil unterstützen:

  • 42% der Befragten wünschen sich mehr Produkte für Leute verschiedenen Alters und unterschiedlicher Generationen.
  • Generell sind die VertreterInnen der „Silver Society“ der Meinung, dass es weiterhin wichtig sei, jung zu bleiben, dies aber immer mehr zur Frage des Lebensgefühls werde.
  • Kosmetik muss für diese Generation eine selbstbewusste Haltung zu sich selbst ermöglichen, so der Anspruch.

Comeback der Natürlichkeit

Natürlichkeit ist wichtiger als das Streben nach einem bestimmten Schönheitsideal

Ein weiterer Trend am Kosmetikmarkt ist das Comeback der Natürlichkeit – die sogenannte Neo-Ökologie. 69% aller Befragten geben an, dass Natürlichkeit und Authentizität heute wichtiger sind als das Streben nach einem bestimmten Schönheitsideal.  Bei der Wahl der Produkte werden den Konsumentinnen und Konsumenten

  • zertifizierte Nachhaltigkeit und
  • Transparenz von Inhaltsstoffen immer wichtiger.

Produktsicherheit, Gesundheit und Hochwertigkeit werden vor allem von ökologischen Produkten und Naturkosmetik erwartet. Das zeigt sich auch an der steigenden Nachfrage nach dieser Art.

Mehr als ein Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten (35%) greift beim Kauf von Körperpflege und Kosmetik gezielt zu Natur- und Bioprodukten, 24% bevorzugen Produkte mit veganen Inhaltsstoffen.

Stefan Kukacka: „Das heißt aber auch, dass rund drei Viertel der Menschen der konventionellen Markenkosmetik vertrauen. Das ist Bestätigung für die Hersteller, die in den vergangenen Jahrzehnten viel in Forschung und Produktsicherheit investiert haben.“

Fast jede/r Zweite (48%) gibt an, er wäre bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen. Ein Drittel davon (33%) gibt bis zu 10% mehr aus, jede/r Zweite sogar bis zu 20% mehr. Bis zu 50% mehr ausgeben wollen aber nur 11%.

Soziale Medien als neues Leitmedium für Kosmetik

Soziale Netzwerke als neues Leitmedium für Kosmetik

Auch die Digitalisierungswelle geht nicht spurlos an den Kosmetik-Konsumentinnen und
-Konsumenten vorüber – vor allem junge Menschen sind davon geprägt. Die Gesellschaft ist durch soziale Medien wie Instagram zunehmend vernetzt. Das führt dazu, dass inszenierte Schönheit und die Selbstdarstellung im Internet immer wichtiger werden. Soziale Netzwerke werden bereits als neues Leitmedium für Kosmetik gesehen: „Die Resonanz in diesen Kanälen wird zum wichtigsten Kriterium für die Bewertung des Aussehens. Aber auch als Informationskanal und zur Orientierungshilfe hat das Internet enormen Stellenwert“, weiß der Branchensprecher. Deutliches Zeichen dieses Trends: der ausgeprägte Selfie-Kult. Mehr als die Hälfte (51%) der 16- bis 24-Jährigen sagt: „Wenn mir mein Aussehen gefällt, poste ich schon mal ein Selfie oder schicke es an Freunde.“ Quer durch alle Altersgruppen liegt dieser Anteil allerdings nur bei 26%.

Die Schattenseite ist jedoch, dass zwei Drittel der jungen Menschen (67%) auch sagen, durch die Vielzahl von hochgeladenen Bildern im Netz steigt der Druck, immer gut aussehen zu müssen (zum Vergleich: 48% aller Befragten sind dieser Meinung).

Mehr als die Hälfte (52%) der 16-24-Jährigen informiert sich gern im Internet, wenn es um Körperpflege oder Kosmetik geht, 44% dieser Altersgruppe holen sich auch Anregungen, was aktuelle Styles betrifft. (Zum Vergleich: quer durch alle Altersgruppen sind dies nur 34% bzw. 23%.) 38% der 16-24-Jährigen finden Webseiten und Weblogs mit Tipps zum Schminken oder zur Schönheitspflege interessant und hilfreich.

Studiendesign

  • Die Studie basiert auf einer Trendanalyse, für die Studien und Reports des Zukunftsinstituts, anderer Institute, Branchenverbände usw. ausgewertet wurden. Parallel dazu wurde im September 2018 eine österreichweite und repräsentative Online-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungs-institut YouGov durchgeführt, für die 1030 Personen ab 16 Jahren befragt wurden.