Es gibt Themen, über die man und insbesondere frau nicht gerne offen sprechen. Dazu gehört die Intimpflege. Wir verraten, was frau über die weibliche Intimpflege wissen muss und haben wichtige Pflegetipps.

Warum Bakterien auch gut sein können

Im weiblichen Intimbereich haben Bakterien und Pilze ein leichtes Spiel, um sich schnell zu vermehren. Der weibliche Körper weiß sich vor diesen Krankheitserregern selbst zu schützen: Eine feine Schicht aus Mikroorganismen (vor allem Milchsäurebakterien), die so genannte Vaginalflora, sorgt für ein säuerliches Klima, das schädliche Erreger und Keime fernhält. Daher ist es besonders wichtig, den pH-Wert im Intimbereich gering zu halten – im besten Fall unter 4,5. Zum Vergleich: Andere Körperpartien haben einen pH-Wert von rund 5,5 bis 6,5.

Intimpflege: Weniger ist mehr

Der Intimbereich ist äußerst empfindlich. Außerdem befinden sich in diesem sensiblen Bereich viele Schweißdrüsen eines besonderen Typs: Die sogenannten apokrine Schweißdrüsen, die wir auch in der Achselhöhle finden. Sie sondern ein Sekret mit vielen fettartigen und geruchsaktiven Stoffen ab, die zur individuellen Duftnote eines Menschen beitragen. Diese Gerüche veranlassen manche dazu es mit der Intimpflege zu übertreiben, während andere diese wiederum vernachlässigen oder aber ungeeignete Waschsubstanzen oder Lotionen verwenden. Daher sollte bei der Intimpflege immer besonders vorsichtig vorgegangen werden:

  • Keine aggressiven Pflegeprodukte.
  • Keine Schwämmchen oder Waschlappen. Diese bieten einen idealen Nährboden für Bakterien.
  • Und vor allem kein Schrubben. Denn so wird die wichtige Schutzschicht im Intimbereich verletzt.
  • Keine herkömmlichen Duschgels. Denn ihr alkalischer pH-Wert beeinträchtigt den natürlichen Säureschutzmantel im Intimbereich, der das Eindringen von Krankheitskeimen, wie Pilzen oder Staphylokokken, verhindert.
  • Das weibliche Geschlechtsorgan ist ein selbstreinigendes System. Lauwarmes Wasser beim Duschen bzw. Baden reicht bei der Reinigung daher aus. Außerdem gibt es spezielle Waschlotionen oder Pflegetücher, die für die besonderen Bedürfnisse in diesem sensiblen Bereich entwickelt wurden. Die Produkte wurden oft von Gynäkologen mitentwickelt, sind klinisch getestet und sorgen für ein frisches Gefühl und Wohlbefinden über den ganzen Tag.

Unser Kosmetik-Tipp: Gerade, wenn es heiß wird oder im Winter die Erholungszeit in der Therme beginnt, haben Bakterien und Pilze Hochsaison. Dann schwächen sie das Gleichgewicht im Intimbereich und können zu Infektionen führen. Davor kann man sich mit der richtigen Intimpflege schützen. Ein- bis zweimal am Tag waschen, am besten mit einer speziellen Waschemulsion, die dem pH-Wert der Intimzone entspricht.