Im Jahr 2017 gaben die Österreicher mehr als 1,6 Milliarden Euro für Haut- und Körperpflegeprodukte sowie für Sonnenschutz, Duft und Deo aus. Das belegen die  Zahlen über den österreichischen Kosmetikmarkt, die Euromonitor International erhoben hat. Berücksichtigt werden dabei Konsumausgaben im Drogeriefach- und Lebensmittelhandel, bei Diskontern, Apotheken, im Online-Handel und in Fachgeschäften.

Kosmetikmarkt: Hautpflege ist die größte Produktgruppe

Innerhalb der Kategorie Hautpflege (342 Millionen Euro) ist die Gesichtspflege mit einem Absatz von rund 270 Millionen Euro der größte Bereich. Damit gaben die Österreicherinnen fast um zehn Millionen Euro mehr für die Pflege ihrer Gesichtshaut aus als im Jahr davor. In den nächsten fünf Jahren soll dieser Trend auch anhalten. Ein Wachstum von sieben Prozentpunkten wird erwartet.

  • Die optimale Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit steht im Vordergrund sowie ihr Schutz vor lichtbedingter Hautalterung.
  • Das Bewusstsein, dass nur gereinigte Haut schön bleibt, setzt sich durch.
  • Die beliebtesten Produkte für die Augen- und Gesichtsreinigung sind Make-up-Entferner, Feuchttücher, Waschgel und Reinigungsmilch2. Die Mizellen-Technologie ist ein anhaltender Trend. Ebenso Gesichtsmasken für die verschiedenen Hautbedürfnisse sowie Produkte, die man aus dem Kosmetiksalon kennt: Reinigungsbürsten oder Laser-Geräte zur dauerhaften Haarentfernung.
  • Dynamisch entwickelt sich auch das Segment „unreine Haut“. Gutes Aussehen gibt den Jugendlichen das Gefühl sozialer Akzeptanz und der Sicherheit und Kontrolle. Deshalb investieren Jugendliche mehr in ihr Aussehen als früher.

Dekorative Kosmetik unterstreicht Persönlichkeit: Immer mehr Männer schminken sich

Rund 215 Millionen Euro war den Österreicherinnen im vergangenen Jahr Make-up, Lippenstift, Wimperntusche und Co wert. Bis 2022 soll der Markt für dekorative Kosmetik auf nahezu 227 Millionen Euro wachsen. Auch Männer wünschen sich zunehmend mehr Ausdrucksmöglichkeiten mit eigenem Make-up.

Jugend steht auf Deos

Drei Viertel der Österreicher verwenden täglich ein Deodorant. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 21 Jahren benutzen sogar 83 Prozent täglich oder sogar mehrmals täglich ein Deodorant. Ein Deodorant zählt laut Studie auch zu den wichtigsten Produkten der Jugend, um das Selbstwertgefühl zu schützen und zu stützen. Rund 78 Millionen Euro wurden dafür im Jahr 2017 ausgegeben, um vier Prozentpunkte mehr als 2016. In den nächsten Jahren soll das Wachstum anhalten: Bis 2022 fast neun Prozentpunkte.

Männerpflege: Ausdruck der Individualität

Der Kosmetikmarkt für Männer (Rasur, After-Shaves, Bad, Dusche, Deo, Haare und Gesicht) ist um drei Prozentpunkte auf fast 89 Millionen Euro gestiegen. Bis zum Jahr 2022 soll der Markt auf über 91 Millionen Euro anwachsen. Männer suchen immer stärker Produkte, die ihre Persönlichkeit unterstreichen.  Die Erwartungen an die Körperpflege entwickeln sich rasant und reichen über die traditionelle Gesichtspflege weit hinaus. Der Trend zur Körperrasur hält an.

Haarpflege und Haare färben

Der Gesamtmarkt für die Haarpflege beträgt 258 Millionen Euro. Die Ausgaben für Shampoos lagen bei mehr als 72 Millionen Euro. Bis 2022 soll der Markt rund 77 Millionen Euro umfassen. Auch die Prognosen für Conditioner und 2-in-1-Produkte sind optimistisch. Neue Technologien für strapaziertes und geschädigtes Haar sorgen für Nachfrage. Einen Rückgang von rund 2,6% auf rund 72 Millionen Euro hingegen verzeichnet der Absatz von Styling Produkten. Als Grund dafür kann der Wunsch nach „natürlichem Styling“ gesehen werden.

Ein Drittel der Österreicherinnen färbt regelmäßig selbst die Haare. Dementsprechend konstant präsentiert sich der Markt für Haartönungen und –färbemittel. Blond ist dabei die beliebteste Farbe bei Frauen. Haare färben (bunt und “grey”-Töne) liegt bei den Jungen im Trend.

Sonnenschutz für Kinder hoch im Kurs

Fast 47 Millionen Euro wendeten die Österreicher im Vorjahr für Sonnenschutzprodukte auf. Damit verzeichnet der Markt für Sonnenkosmetik im Vergleich zu 2016 ein Plus von fünf Prozentpunkten. In den kommenden fünf Jahren wird erwartet, dass der Markt auf rund 50 Millionen Euro steigt. Das weist auf ein zunehmendes Bewusstsein der Österreicher für Sonnenschutz hin. Vor allem, wenn es um die Kinder geht: Drei Viertel der Österreicher cremen ihre Kinder immer, nicht nur im Urlaub gut ein. Hingegen nehmen sie es mit dem Selber-Eincremen nicht so genau. Nur 40 Prozent achten auf ausreichend Sonnenschutz. (marketagent-Studie im Mai 2017 im Auftrag von Kosemtik transparent).

 Bad, Dusche und Zähne: Fixpunkte der täglichen Körperpflege

Weiterhin stark behaupten sich die Märkte für Bad und Dusche. Neue Formate und Varianten schafften Kaufanreize, wie z.B. Duschbäder mit natürlichen Inhaltsstoffen und Ölen.

Sieben von zehn Österreichern putzen zumindest zwei Mal täglich ihre Zähne. Für Zahnpflegeprodukte wie Zahnpasten, (elektrische) Zahnbürsten und Zahnseide gaben sie im Vorjahr rund 205 Millionen Euro aus (+2,5 %).

Stefan Kukacka, Sprecher von Kosmetik transparent: „Die Ergebnisse für den Kosmetikmarkt zeigen, dass Haut- und Körperpflegeprodukte eine große Bedeutung im Leben der Menschen haben.“

Haut- und Körperpflege in Österreich nach Produktgruppen

Der Markt für Haut- und Körperpflege nach Produktgruppen