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Kosmetische Zubereitung: Was ist drin in Kosmetika?

Die wichtigsten Bestandteile aller kosmetischen Produkte sind Wasser und Lipide. Je nach ihrem Anteil ist die Zubereitung eher wässrig oder ölig. Man unterscheidet:

 

  • wässrige Lösungen
  • wässrige Gele
  • Öl in Wasser-Emulsionen
  • Wasser in Öl-Emulsionen
  • Ölige Gele
  • Öle
  • Alkoholische Lösungen


Der Einsatz der unterschiedlichen Zubereitungen hängt von der erwünschten Wirkung ab. Im Gegensatz zur fettigen Haut braucht trockene Haut beispielsweise vorwiegend Lipide, damit sie geschmeidig wird. Im Sommer braucht die Haut viel Feuchtigkeit, im Winter Fettanteile zum Schutz vor der Kälte. Neben diesen Grundbausteinen bestehen kosmetische Produkte aus Inhaltsstoffen, die reinigen und pflegen, für Vitalität, Festigkeit und Feuchtigkeit sorgen.

Die INCI-Liste macht Inhaltsstoffe transparent

Alle Inhaltsstoffe müssen auf der Verpackung sowie am Produktbehälter selbst deklariert werden. Ist der nötige Platz nicht vorhanden, dann werden die Informationen auf einem Beipackzettel angegeben. Ist eine Hautunverträglichkeit gegen einen kosmetischen Inhaltsstoff bekannt, dann können Produkte, die diesen Stoff beinhalten, identifiziert und gemieden werden. Die Kennzeichnung erfolgt nach dem EU-weit einheitlichen System der International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, kurz INCI genannt. Die Inhaltsstoffe sind nach Gewicht in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Inhaltsstoffe, die weniger als ein Prozent Anteil am Produkt haben, können am Ende der Liste in beliebiger Reihenfolge angegeben werden.

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Welche Inhaltsstoffe dürfen verwendet werden?

In der EU-Kosmetikrichtlinie beziehungsweise ihren technischen Anhängen sind die Inhaltsstoffe von kosmetischen Produkten geregelt. Hier sind alle Stoffe aufgelistet,

  • die nur unter bestimmten Bedingungen (Beschränkungen) in kosmetischen Mitteln enthalten sein dürfen,
  • die in kosmetischen Mitteln nicht enthalten sein dürfen, also verboten sind,
  • die als Farbstoffe zugelassen sind,
  • die zur Konservierung eingesetzt werden dürfen und
  • die als UV-Filter zulässig sind.


Zuständig für die technischen Anhänge sind die EU-Kommission und die unabhängigen Toxikologen des wissenschaftlichen Beratungskomitees SCCP.

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Die wichtigsten Inhaltstoffe auf einen Blick

1. Konservierungsmittel
Sie verhindern nachhaltig Wachstum und Vermehrung von Pilzen, Bakterien oder Hefen. Auf Konservierungsmittel zu verzichten kann für die Anwender riskant werden. Der Grund: Kosmetika enthalten meist Inhaltsstoffe wie etwa Wasser, die Mikroorganismen als Nährboden dienen. Ohne Konservierungsmittel können Kosmetikprodukte rasch verderben. Hautirritationen oder sogar eine Schädigung der Haut sind mögliche Folgen. Ob und wie viel Konservierungsmittel notwendig ist, hängt von der Formulierung des Produktes ab. Stark wasserhaltige Emulsionen benötigen mehr Schutz als fettreiche Cremen oder Pflegeöle. Produkte in Spendern und Tuben kommen mit weniger Konservierungsmitteln aus als Cremen in Tiegeln. Denn ihr Inhalt kommt weniger mit Keimen in Berührung. Produkte mit hohem Alkoholanteil brauchen dagegen gar keine Konservierung. Derzeit sind 55 synthetische und sogenannte natürliche Zusatzstoffe, wie Alkohole, Salicylsäure oder ätherische Öle zur Konservierung zugelassen. Natürliche und synthetische Konservierungsstoffe weisen keinen Unterschied in der Verträglichkeit auf.

 

2. Duftstoffe
Duftstoffe wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Je nach Zusammensetzung haben sie eine beruhigende, anregende oder erotisierende Wirkung. Die Kreation einer Duftnote ist eine eigene Kunst und Wissenschaft, gibt es doch über 2.000 Duftstoffe. Eine Parfumkomposition besteht aus rund 30 bis 50, im Einzelfall bis zu 200 Grundstoffen. Dabei werden natürliche und synthetisch hergestellte Duftstoffe eingesetzt.

 

In der INCI-Deklaration waren die Duftkompositionen ursprünglich mit dem Sammelbegriff „Parfum“ gekennzeichnet. Aufgrund der 7. Änderungsrichtlinie müssen 26 Duftstoffe – die häufiger im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen stehen - extra gekennzeichnet werden. Dank der aufgeschlüsselten Kennzeichnung der einzelnen Parfumstoffe müssen auch Duftstoffallergiker nicht auf einen Duft verzichten.
Übrigens: Nur ein bis zwei Prozent der Menschen leiden an einer Duftstoffallergie.

 

3. Farbstoffe
Farbstoffe werden vor allem wegen der Ästhetik eingesetzt. Ihre Einsatzkonzentrationen im Produkt liegen meist im Bereich von 0,0001 – 0,01 %. Es dürfen nur bestimmte Farbstoffe eingesetzt werden. Diese sind in der Regel mit den auch für Lebensmittel zugelassenen Farbstoffen identisch. Farbstoffe sind auf Kosmetikprodukten meist mit ihrer Colour Index-Nummer, kurz CI-Nummer, gekennzeichnet.

 

4. Emulgatoren
Damit Öl und Wasser sich nicht abstoßen, benötigten alle Emulsionen für ihre Stabilität einen Emulgator. Der Emulgator ist an der Grenzfläche zwischen beiden Flüssigkeiten angeordnet und hat sowohl einen polaren als auch einen unpolaren Molekülteil. Die polaren Enden der Emulgatormoleküle heften sich an das Wasser, die unpolaren Enden an die Ölmoleküle. Durch dieses „Andocken“ setzen Emulgatoren die Grenzflächenspannung zwischen der Öl- und der Wasserphase herab und stabilisieren so die Emulsion.

 

Oft werden den Emulgatoren noch Stabilisatoren zugesetzt. Diese umhüllen die emulgierten Tröpfchen mit einem „Schutzfilm“ und sorgen für starken Zusammenhalt. Stabilisatoren sind beispielsweise Stärke, Dextrine, Pektine oder Eiweißstoffe.

 

5. Lichtschutzmittel
Sonnenbaden ohne geeigneten Sonnenschutz ist heute undenkbar. So gut uns die Sonne tut. Zu viel Sonnenbestrahlung schadet. Schutz bieten Sonnenschutzmittel. Auch viele Gesichtscremen gibt es heute schon mit einem leichten Sonnenschutz.

 

Die Kosmetik kennt zwei unterschiedliche Klassen von Lichtschutzstoffen, um die Haut vor der Sonne zu schützen. Zu den primären Lichtschutzstoffen gehören UV-Filter und Pigmente. UV-Filter absorbieren die UV-Strahlung auf der Hautoberfläche oder in der Hornschicht, Pigmente reflektieren sie. Antioxidantien sind sekundäre Lichtschutzstoffe. Diese unterbrechen die photochemische Reaktionskette, die nach dem Eindringen der UV-Strahlung in der Haut ausgelöst wird. Sie schützen vor Hautrötung, Hautalterung und wahrscheinlich auch vor Hautkrebs. In modernen Sonnenschutzmitteln wird meist eine Kombination aus primären und sekundären Lichtschutzstoffen eingesetzt.

 

5.1. UV-Filter
Die meisten Sonnenschutzmittel enthalten UVA/UVB-Breitbandfilter. Diese absorbieren bedeutende Anteile der UV-Strahlung, wandeln sie um und schützen so die Haut vor einer zu hohen Dosis. UVA-Filter schützen vor langfristigen Schäden, UVB-Filter vor Sonnenbrand. Der UVB-Schutz wird durch den Lichtschutzfaktor beschrieben. Dieser Faktor gibt an, um wie viele Male die Eigenschutzzeit der Haut verlängert wird. Zur Bestimmung des Schutzfaktors dient in ganz Europa die so genannte COLIPA-Methode.

 

In kosmetischen Produkten liegen die UV-Filter in gelöster Form vor. Nach dem Auftragen bilden sie auf der Haut und in deren Hornschicht eine unsichtbare Schutzschicht. UV-Filter werden regelmäßig vom wissenschaftlichen Beratungskomitee der EU-Kommission überprüft. Diese Bewertungen bilden die Basis für die Liste der zugelassenen UV-Filter in der EU-Kosmetikverordnung.

 

5.2. Pigmente
Die wichtigsten Pigmente, die in Sonnenschutzmitteln eingesetzt werden, sind Titandioxid und Zinkoxid. Die feinen Partikel decken die Hautoberfläche ab. Sie reflektieren UV-Strahlung aber auch sichtbares Licht. Das bewirkt eine starke Eigenfärbung vieler pigmenthaltiger Präparate. Sind die Pigmente großkörnig, so beeinträchtigt der hohe Feststoffgehalt zudem Anwendung und Hautgefühl. Die Lösung liegt in der Verwendung feiner Mikropigmente, oft auch in Kombination mit UV-Filtern.

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Weiterführende Literatur / Links

Kosmetik. Entwicklung, Herstellung und Anwendung kosmetischer Mittel. 3., erweiterte Auflage, Hrsg. Umbach Wilfried. Wiley-VCH, Düsseldorf 2004

 

Chemie Biologie. Basiswissen, Arbeitsmaterial. Körperpflegemittel, Hrsg. Huber Birgit. Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2003

 

IKW Statement über kosmetische Inhaltsstoffe mit angeblich hormonartiger Wirkung.

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