
Das erste Kosmetikprodukt, das sich diesem Vorwurf stellen musste, waren Lippenpflegestifte. Doch bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Hinweis, dass Lippenpflegeprodukte mit mineralischen Ölen süchtig machen könnten oder die Lipidproduktion der Haut beeinflussen. Der Grund ist ganz simpel: die Haut hat keinen Rezeptor, der die Botschaft ausgibt – bitte kein Fett produzieren. Sie gewöhnt sich daher nicht an die Pflege und reagiert auch nicht mit Entzugserscheinungen.
Da Lippenhaut besonders dünn und empfindlich ist und sie sehr stark auf Kälte und trockene Luft reagiert, kann es im Winter notwendig sein, mehrmals täglich Lippenpflege aufzutragen. Auch andere exponierte Hautstellen wie Gesicht oder Hände können beleidigt auf Kälte reagieren und nach mehr Pflege verlangen. Das hat aber nichts mit Sucht zu tun, sondern mit dem angenehmen Pflegegefühl.
Auch eine schlechte Angewohnheit kann die Ursache für die vermeintliche Sucht sein: das Ablecken der Lippen. Wer immer wieder mit der Zungenspitze über die Lippen fährt, setzt die Lippenhaut einem Wechselbad zwischen feucht und trocken aus. Das trocknet die Lippen langfristig aus.
Eine Lösung: Produkte, die Vaseline, Glyzerin oder Mineralöl enthalten, ziehen nicht so schnell ein und irritieren die Haut nicht!
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