In Österreich - wie in allen industrialisierten Ländern - haben wir es zunehmend mit lebensstilbedingten Erkrankungen zu tun. Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder gewisse Krebserkrankungen sind ganz eng mit Ernährungsfaktoren verknüpft.
Auch das Aussehen der Haut wird maßgeblich durch die Ernährung bestimmt. Bei einseitiger oder ungenügender Ernährung mit bestimmten Nährstoffen kann es zu einer Mangelsituation kommen, die sichtbar wird.
Schuppige Haut etwa kann auf Ekzeme, Pilzinfektionen oder Vitaminmangel hinweisen. Für trockene Haut kann Vitamin A-Mangel verantwortlich sein. Und Vitamin B2-Mangel erkennt man oft an eingerissenen Mundwinkeln.


Ernährung beugt Erkrankungen vor und ist alterspräventiv – auch für die Haut. Ein wichtiger Ansatz ist, dass es primär keine „schlechten“ Lebensmittel gibt. Es kommt auf die Menge und insgesamt auf die Zusammensetzung der Ernährung an.
Öle und Fette sind essenzielle Bestandteile der Ernährung. Besonders positiv für die Gesundheit sind ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in pflanzlichen Ölen oder Fisch enthalten sind. Untersuchungen über die, je nach Art der Doppelbindung, einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren zeigen, dass sie im Vergleich zu gesättigten Fettsäuren vorteilhaft für die Herzkranzgefäße sind, für eine gute Durchblutung und einen Anstieg des guten HDL-Cholesterins sorgen. Besonders günstig werden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bewertet.
Bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen entstehen im Körper freie Radikale, die zum Beispiel durch Oxidation die Strukturfunktion der Haut beeinflussen. Der Organismus besitzt die Fähigkeit, diese Wirkung zu hemmen und unschädlich zu machen. In unserer Nahrung haben wir eine Vielzahl von antioxidativ wirkenden Substanzen, die wir tagtäglich über die Ernährung zuführen sollten. Dazu zählen die Vitamine A, C und E. Aber auch bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe können unseren Körper vor schädlichen Einflüssen schützen.
Obst und Gemüse versorgt uns nicht nur mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen sondern auch mit den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Täglich bis zu fünf Portionen Obst und Gemüse garantieren eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Davon sind Herr und Frau Österreicher jedoch noch weit entfernt. Marktforschungen zeigen, dass maximal ein bis zweimal pro Tag Obst und Gemüse gegessen wird, vier Prozent der Befragten gaben sogar an, kein Obst und Gemüse zu essen. Sekundäre Pflanzenstoffe – dazu zählen beispielsweise Carotinoide, die sich in roten, gelben und orangen Früchten und Gemüsen finden - sind unter anderem auch für eine gesunde Haut verantwortlich. Eine antioxidative Wirkung haben auch Polyphenole, die sich im Olivenöl finden und für ein gesundes Gefäßsystem sorgen.
Phytoöstrogene – auch Pflanzenhormone genannt - werden immer wieder im Zusammenhang mit Anti-Aging-Maßnahmen diskutiert. Wissenschaftlich ist dies jedoch noch nicht bewiesen, und spezielle Präparate sollte man mit dem Arzt besprechen. In der Ernährung können Lebensmittel, die solche Pflanzeninhaltsstoffe beinhalten, den Speiseplan durchaus bereichern. Sojaprodukte, Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Getreide, Sprossen und Keime enthalten etwa Isoflavone, denen mitunter auch eine antikanzerogene Wirkung nachgesagt wird. Aminosäuren findet man in Soja, Fisch, Nüssen etc..
Gerade im Anti-Aging Bereich gibt es eine Palette von Nahrungsergänzungen, Diätempfehlungen bis hin zu Hormonersatztherapien. Die meisten Konzepte sollten jedoch kritisch hinterfragt werden, denn eine wissenschaftliche Begründung fehlt oftmals. Sinnvoller und mit weniger Risiko behaftet ist dagegen das Konzept einer ausgewogenen, gesunden Ernährung.
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