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Naturkosmetik: Wunsch oder Wirklichkeit?

Natürliche Inhaltsstoffe boomen

Natürliche, naturidente und körpereigene Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten liegen schon seit Jahren im Trend. Das bestätigt auch das Ergebnis einer Onlineumfrage von Marketagent.com im Auftrag von Gesundheitsministerium und Kosmetik transparent. 500 Österreicher wurden via Internet befragt. Fast sechs von zehn Österreichern sehen einen Trend zu natürlichen Inhaltsstoffen. Je älter, desto wichtiger ist den Befragten, dass ihre Creme oder ihr Shampoo aus „natürlichen“ Inhaltsstoffen besteht.

Natur als Verkaufsargument

Naturkosmetik geht noch einen Schritt weiter und suggeriert: Ich bin 100 Prozent Natur. Das jedenfalls assoziieren die Österreicher spontan mit Naturkosmetik. Zwei von drei Österreichern sagen bei Naturkosmetik „Ohne Chemie“, knapp jeder Vierte sieht damit die ausschließliche Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen verbunden. Natur ist ein Verkaufsargument: Im Reformhaus, im Drogeriemarkt, in der Apotheke, beim Discounter und auf Jahr-/ und Weihnachtsmärkten. Seit Jahren wächst der Markt. Der Anteil in Deutschland liegt – ähnlich wie bei Biolebensmittel – bei etwa 5 Prozent.*) Ähnliches dürfte auch für Österreich gelten.

 

*) Quelle: Naturkosmetik Jahrbuch Deutschland.

Drei Viertel der Österreicher fordern Natur pur bei Naturkosmetik

Die Anforderungen der Konsumenten an Naturkosmetikprodukte sind hoch. Immerhin kosten diese meist deutlich mehr als vergleichbare, konventionelle Kosmetikprodukte. Die wichtigsten Anforderungen des Konsumenten sind: Ausschließliche Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen (74 Prozent), hohe Verträglichkeit (61 Prozent) und Verzicht auf Konservierungsmittel (47 Prozent). Nur 37 Prozent gestehen Naturkosmetikherstellern bei der Herstellung eingeschränkte chemische Verfahren zu.

 

Aber sind die angebotenen Naturkosmetikprodukte wirklich Naturkosmetik, können sie diese Anforderungen halten und unterscheiden sie sich mit diesen Merkmalen tatsächlich von anderen Kosmetika? Gute Verträglichkeit und die Sicherheit der Anwender ist für alle Kosmetikhersteller das oberste Gebot. Tatsächlich unterliegen alle Kosmetikprodukte – egal ob konventionell hergestellt oder sogenannte Naturkosmetik – den gleichen gesetzlichen Bestimmungen. Diese basieren EU-weit auf den EU-Kosmetikrichtlinien und sind in Österreich im Lebensmittelrecht verankert.

 

Darüber hinaus gibt es für Naturkosmetika spezielle, teilweise privatrechtliche Richtlinien und Kriterien sowie eine fast unüberschaubare Zahl an Gütezeichen.

Österreicher fordern Gütesiegel für Naturkosmetika, dem sie vertrauen können

In Österreich gibt es derzeit kein von Naturkosmetikherstellern organisiertes Label. Wohl aber existiert mit dem Codexkapitel B33 im österreichischen Lebensmittelbuch eine Hersteller-Richtlinie für Naturkosmetika. Aber auch Produkte, die kein Gütezeichen tragen, nennen sich Naturkosmetik. Naturkosmetik ist leider kein geschützter Begriff – nicht jedes Produkt, das mit Natur wirbt, ist tatsächlich Naturkosmetik. Kein Wunder, dass viele Konsumenten verunsichert sind. Drei Viertel der Österreicher wünschen sich laut Online-Umfrage ein Gütesiegel für Naturkosmetik, dem sie vertrauen können. Die Veröffentlichung des neu überarbeiteten Codexkapitels Naturkosmetik soll mehr Transparenz und Klarheit für Konsumenten bringen.

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