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Wie auch Allergiker Düfte genießen können

Duftstoffallergie ist eine Überreaktion

Bei Allergien reagiert das Immunsystem auf einen an sich harmlosen Stoff, als ob dieser ein Krankheitserreger wäre. Typische Zeichen der Abwehrreaktionen sind Niesattacken, Schnupfen, Atemprobleme, Hautekzeme und Juckreiz. Eine allergische Reaktion ist nicht stoffspezifisch, sondern hängt von der individuellen Empfindlichkeit der Person ab. Prinzipiell kann alles in unserer Umgebung zum Auslöser einer Allergie werden - vom Apfel bis zur Zwiebel, von der Katze bis zum T-Shirt. Am häufigsten sind Unverträglichkeitsreaktionen auf Blütenpollen, Hausstaub und Tierhaare. Rund 16 Prozent der Österreicher leiden beispielsweise an Heuschnupfen.

 

Auch Duftstoffe können eine allergische Reaktion auslösen. Nach Angaben des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken reagiert etwa ein Prozent der Menschen sensibel auf einzelne Parfüminhaltsstoffe. Dabei ist es unerheblich, ob die Duftstoffe natürlich oder synthetisch hergestellt sind.

Düfte steigern das Wohlbefinden

Düfte wirken sich positiv auf das Wohlbefinden, die Psyche aus. Je nach Zusammensetzung können sie eine beruhigende, anregende oder sogar erotisierende Wirkung haben. Der Duft eines Produktes ist ein wesentliches Kriterium für die Verwendung. Deshalb duften nicht nur Parfums und Eau de Toilette, sondern auch viele kosmetische Produkte wie Seifen, Cremes, Duschbäder, Körperlotionen oder Haarshampoos.

Parfuminhaltsstoffe streng kontrolliert

Wie alle Inhaltsstoffe in kosmetischen Mitteln müssen Parfuminhaltsstoffe sicher und für die Konsumenten unbedenklich sein, damit sie verwendet werden dürfen. Das garantieren die strengen Bestimmungen der EU-Kosmetikrichtlinie, die österreichische Kosmetikverordnung und die hohen Qualitätskriterien der Kosmetikindustrie.

 

Duftstoffe und parfümierte Kosmetika wurden früher auf den Verpackungen nur mit dem Begriff Parfum oder fragrance gekennzeichnet. Damit konnten Konsumenten parfümierte von unparfümierten Produkten unterscheiden, nicht aber einzelne Bestandteile von Parfumölen identifizieren. Mit einer Änderung der EU-Kosmetikrichtlinie wurde diese Praxis geändert. 26 Parfuminhaltsstoffe sind jetzt mit ihrer INCI-Bezeichnung gekennzeichnet. Diese europaweit einheitliche Kennzeichnung hilft Allergikern, für sie unverträgliche Stoffe zu meiden.

Verdacht auf Duftallergie - was tun?

1. Hautärztliche Abklärung statt Selbstdiagnose

Nur eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann abklären, ob es sich bei der Hautreizung um eine Kontaktallergie handelt und welche Substanz der Allergieauslöser ist. Je mehr Einzelheiten zu den Symptomen, den verwendeten kosmetischen Produkten sowie deren Art der Anwendung bekannt sind, desto leichter kann eine Diagnose erstellt werden. Wichtig ist, dass die Ärztin oder der Arzt über alle verwendeten Produkte, Essgewohnheiten, Aktivitäten, ja auch über die Bekleidung Bescheid weiß.

2. Allergietest sorgt für Gewissheit

Bei Kontaktallergien wird meist ein Epikutan- oder Pflaster-Hauttest eingesetzt. Dabei werden spezielle Pflaster mit den am meisten verbreiteten Allergenen bestrichen und auf den Rücken der Patienten geklebt. Nach wenigen Tagen ist eine Reaktion bei jenen Stoffen sichtbar, die die individuelle Allergie auslösen. Die Haut ist an diesen Stellen gerötet, juckt, kleine Bläschen sind entstanden. Wirklich beweisend für den Zusammenhang mit einem bestimmten Produkt ist letztlich der definierte Gebrauchstest: Hier stellt sich nicht selten heraus, dass ein parfümiertes Produkt vertragen wird, obwohl der Test auf Duftstoffe positiv war.

3. Neu im Test: einzelne Parfümstoffe statt Duftstoffmix

Mit der Ausweitung der Inhaltsangaben können sich Duftstoffallergiker noch viel gezielter testen lassen. Der bisher übliche Standard-Duftstoffmix zeigte zwar eine allgemeine Duftstoffallergie auf. Welcher spezifische Parfüminhaltsstoff die allergische Reaktion ausgelöst hat, konnten die Hautärzte mit diesem Mix jedoch nicht feststellen. Den Betroffenen blieb meist nichts anderes übrig, als auf unparfümierte Produkte zurückzugreifen und auf Düfte gänzlich zu verzichten. Jetzt können die Parfüminhaltsstoffe auch einzeln getestet werden.

4. Gut duften trotz Allergie: mit INCI kein Problem

Die neue aufgeschlüsselte Kennzeichnung der einzelnen Parfümstoffe ermöglicht auch Duftstoffallergikern ein unbeschwertes Duftvergnügen. Denn oft ist die allergische Reaktion nur auf einen einzelnen Duftstoff zurückzuführen. Und dieser kann mit Hilfe des Allergieausweises und der INCI-Deklaration vermieden werden. Wird eine Duftstoffallergie genau abgeklärt, können Betroffene ihre bewährte Kosmetik oder ihren Duft vielleicht sogar weiterverwenden oder einen duftenden Ersatz finden.

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