Die Auswertung der Daten ergab, dass Eukalyptol über die Bauchhaut resorbiert zur Aktivierung von Hirnregionen führte, die mit Aufmerksamkeitsleistungen in Verbindung gebracht werden, während die Inhalation dieses Duftstoffes keine signifikante Wirkung auf das Zentralnervensystem der ProbandInnen hatte.
Für Linalool wurde festgestellt, dass nach transdermaler Resorption Gehirnregionen aktiviert wurden, die mit Entspannung in Zusammenhang stehen. Die Inhalation dagegen aktivierte Areale, die mit emotionaler Verarbeitung und Gedächtnisleistungen assoziiert sind.
Auswirkungen auf Kosmetikbranche: Neue Ansätze zur Wirkung.
Die Studie bestätigt die Annahme, dass Duftstoffe nicht nur über die Nase wahrgenommen werden und Geruchseindrücke erzeugen, sondern auch über die Haut in den Körper gelangen und spezifische Effekte auslösen, also auch eine pharmakologische Wirkung im Sinne der Aromatherapie haben. Für die Kosmetikhersteller ist damit ein neues Forschungsfeld eröffnet.
Düfte in Kosmetikprodukten haben nicht nur die Aufgabe, gut zu duften sondern können die Wirkung des Produktes aktiv unterstützen: durch aktivieren, entspannen, beruhigen oder anregen.
Studie der Uni Wien zeigt Duftwirkung auch über Hautkontakt

Viele Duftstoffe sind in der Lage, das Wohlbefinden und kognitive Leistungen des Menschen zu beeinflussen. Allerdings sind die Wirkungen von der Art der Verabreichung abhängig. Das zeigt eine Studie des Departments für Klinische Pharmazie und Diagnostik der Universität Wien.
Als Beispiele wurden Eukalyptol aus dem ätherischen Eukalyptusöl und Linalool, eine der beiden Hauptkomponenten des ätherischen Lavendelöls, verwendet. Beiden Düften wird in der klassischen Aromatherapieliteratur eine starke Wirkung nachgesagt. Eukalyptusöl soll aktivieren, Lavendelöl beruhigen. Diese Effekte ließen sich jedoch bisher bei Riechtests nicht bestätigen. „Man nimmt an, dass die Wirkung von Duftstoffen über psychologische Mechanismen ausgelöst und moduliert wird“, sagt Forschungsleiterin Mag.Dr. Eva Heuberger, „Wir wollten bei unserer Untersuchung deshalb den psychologischen Effekt ausklammern und die tatsächliche Wirkung von Duft eruieren“.
Die Forscher machten sich den Umstand zu Nutze, dass Riechstoffe nicht nur über die Nase wahrgenommen werden. Aufgrund ihrer hohen Fettlöslichkeit können sie auch über die Haut ins Blut gelangen und so die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Doch bedeutet das auch einen Unterschied in der Wirkung?
In der aktuellen Studie wurden Eukalyptol und Lavendelöl sowie entsprechende Placebosubstanzen insgesamt 69 gesunden Versuchspersonen verabreicht. Entweder die ProbandInnen rochen die Substanz, oder die Duftstoffe wurden in einer geruchsneutralen Fettbasis auf die Bauchhaut aufgetragen. Damit der Duft der Creme beim Auftragen „ausgeschaltet“ wird, erhielten die Testpersonen nicht riechende Luft über eine Atemmaske. Während die Versuchspersonen einen Aufmerksamkeitstest absolvierten, wurde die neuronale Aktivierung im Gehirn mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie gemessen.
by WEBtivation